Diese Telefonzelle hat Andreas Vincke 2017 an der Wittener Straße Ecke Langenbruchstraße in Sprockhövel-Hiddinghausen fotografiert.
Erinnerungen an die gelben Telefonzellen
Ausstellung mit Fotografien von Andreas Vincke im Altenzentrum am Schwesternpark Feierabendhäuser lässt Technikgeschichte lebendig werden
Jahrzehntelang gehörten die leuchtend gelben Telefonhäuschen (Typ TelH 78) wie selbstverständlich zum Straßenbild. Mittlerweile sind sie vollständig aus dem öffentlichen Raum verschwunden. Fotokünstler Andreas Vincke, Einrichtungsleiter des Altenzentrums am Schwesternpark in Witten, lässt dieses Stück Zeitgeschichte in einer Ausstellung lebendig werden. Sie wird am Dienstag, 27. Oktober 2026, um 10:30 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und ist bis 3. März 2027 auf der Brücke im Quartier der Feierabendhäuser, Pferdebachstraße 43, 58455 Witten, zu sehen.
Unter dem Titel „BESETZT. Spuren im Gelb“ zeigt Andreas Vincke 17 großformatige Fotografien, die das gelbe Häuschen aus unterschiedlichen Perspektiven dokumentieren und künstlerisch in Szene setzen. Entstanden sind sie zwischen 2014 und 2020 an verschiedenen Orten in Deutschland – von Hamburg bis Bayern, von Frankfurt bis Berlin, überwiegend jedoch in Nordrhein-Westfalen und dem Ruhrgebiet. Die Bilder erzählen von Intimität, Kommunikation, Architektur und dem Wandel der Zeit.
Darüber hinaus verbindet die Ausstellung Fotografie mit Film, Audio und Interaktion. Teil der Präsentation ist der dokumentarische Kurzfilm „Fasse dich kurz“ von 2018, in dem sich die Filmemacher Johannes Klais aus Dortmund und Florian Pawliczek dem Verschwinden der Telefonzellen widmen. Auch Andreas Vincke hat in dem Film eine Rolle übernommen. Ergänzt wird die Schau durch eine eigens kreierte Audioinstallation, die die typischen Klänge rund um das Fernsprechhäuschen erlebbar macht. Über eine ausgehängte Telefonnummer werden Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen, selbst zum Teil des Projekts zu werden. Wer anruft, kann seine persönlichen Erinnerungen an die gelbe Telefonzelle auf einen Anrufbeantworter sprechen. Aus den gesammelten Aufzeichnungen wird anschließend ein weiteres Projekt entstehen.
Begleitet wird die Ausstellung durch eine Kooperation mit dem Telefonmuseum Bochum. Experten des Museums besuchen die Bewohnerinnen und Bewohner in den Feierabendhäusern und nehmen sie mit auf eine interaktive Zeitreise durch die Geschichte der Telefonie. Dabei wird unter anderem vor Ort ein funktionierendes Telefonnetzwerk aufgebaut, sodass die Bewohnerinnen und Bewohner historische Geräte selbst ausprobieren, wählen und miteinander telefonieren können. So werden Erinnerungen geweckt und Technikgeschichte erlebbar.