21.01.2026

Erfolgreiche Arbeit nahtlos fortsetzen

Verein „Die Brücke“ will sich auflösen und plant Übergabe seiner Angebote an die Diakonie Ruhr

Der Verein „Die Brücke“ der Freunde und Förderer psychisch Behinderter in Bochum-Wattenscheid und Umgebung plant seine Auflösung. Der Betrieb und die Trägerschaft der Einrichtungen und Dienste sollen deshalb zum 1. Juli 2026 an die Diakonie Ruhr übergehen. Dies betrifft das Kontakt- und Beratungszentrum sowie die Tagesstätte für Menschen mit einer psychischen Erkrankung an der Westenfelder Straße sowie das Arbeitserprobungsprojekt „Cafeteria am Klaus-Steilmann-Berufskolleg“. Beide Parteien wollen die notwendigen Vorbereitungen bis zum 30. April 2026 zum Abschluss bringen.

„Die demografische Entwicklung, die rasante Digitalisierung und die zusätzlichen Herausforderungen, die sich aus den gesetzlichen Rahmenbedingungen ergeben, machen es uns immer schwerer, uns für die Unterstützung psychisch Erkrankter in ihrem Lebensumfeld einzusetzen“, erklärt Marion Meichsner, Vorsitzende des Vereins „Die Brücke“. Deshalb habe man eine bewährte Partnerin gesucht, welche die erfolgreiche Arbeit des Vereins nahtlos fortsetzen kann. „Die Diakonie Ruhr verfügt über große Expertise auf diesem Gebiet“, betont Marion Meichsner „Wir arbeiten schon lange eng zusammen.“ So habe man etwa das Ambulant betreute Wohnen in Bochum gemeinsam aufgebaut.

„Die Brücke“ wurde 1982 von Dr. Peter Auerbach, dem damaligen Leiter der neu eröffneten Abteilung für klinische Psychiatrie am Martin-Luther-Krankenhaus in Wattenscheid, ehemaligen Patienten sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet. Seitdem setzt sich der Verein erfolgreich dafür ein, über die Lage von Menschen mit psychischer Behinderung zu informieren, Vorurteile abzubauen und auf die örtliche und überörtliche psychosoziale Planung zugunsten der Betroffenen einzuwirken. Seit 1986 betreibt er eine Tagesstätte für Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die seit 2004 im eigenen Gebäude an der Westenfelder Straße 52 ihren Sitz hat.

Auch die Innere Mission – Diakonisches Werk Bochum als Keimzelle der heutigen Diakonie-Ruhr-Familie hat seit den 1980er Jahren ihre Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen stetig ausgebaut. Wesentlich für diese Entwicklung war das 1980 vom Rat der Stadt Bochum beschlossene Ziel, die notwendigen Hilfen vor Ort in Bochum vorzuhalten. Bis dahin war es üblich, Menschen mit psychischen Erkrankungen nach Lippstadt-Eickelborn zu bringen, wo sie im Landeskrankenhaus behandelt wurden. Heute bietet die Diakonie Ruhr für Menschen mit psychischen Erkrankungen unter anderem Unterstützung im Alltag durch das Ambulant betreute Wohnen, den Wohnverbund Psychiatrie mit zwei stationären Einrichtungen und mehreren Außenwohngruppen, eine Tagesstätte, Arbeitsplätze in der Werkstatt Constantin-Bewatt und Beratung bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive durch den Integrationsfachdienst an.

Für die Klientinnen und Klienten der Brücke soll sich durch den Betriebsübergang nichts ändern. „Wir möchten die bestehenden Angebote nahtlos weiterführen“, erläutert Marita John, Geschäftsführerin für den Bereich Behindertenhilfe der Diakonie Ruhr. „Die Brücke hat sehr viel erreicht und beim Aufbau sozialpsychiatrischer Unterstützungsstrukturen große Verdienste erworben.“ Den Klientinnen und Klienten des Vereins wird künftig auch das breite Spektrum des Fachbereichs Behindertenhilfe und der gesamten Diakonie-Ruhr-Familie offenstehen. Auch die Mitarbeitenden möchte die Diakonie Ruhr übernehmen.

Die Diakonie Ruhr ist mit über 60 Diensten und Einrichtungen sowie 3000 Mitarbeitenden im Herzen des Ruhrgebiets präsent. Schwerpunkte sind Altenhilfe, Behindertenhilfe, Suchtkrankenhilfe, Flüchtlingshilfe, Wohnungslosenhilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe. Als eines der größten Unternehmen der Sozialwirtschaft in der Region bietet sie viele Entwicklungsmöglichkeiten, sinnstiftende Aufgaben und sichere Berufsperspektiven. Die Diakonie Ruhr gehört mit der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel, der Ev. Stiftung Augusta und dem Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid zum Evangelischen Verbund Augusta Ruhr (EVA Ruhr) mit insgesamt über 10.000 Mitarbeitenden.