Die Pflegeberaterinnen (v.l.) Desiree Solenski (Diakonie Ruhr) und Lina Unger (APd) beraten beim Projekt Überleitungspflege Patienten und Angehörige in den Krankenhäusern des EVA Ruhr über die pflegerische Anschlussversorgung nach dem Klinikaufenthalt.

19.05.2026

Damit die Pflege nach dem Klinikaufenthalt gelingt

Der APd, Teil der Diakonie-Ruhr-Familie, hat mit den Augusta Kliniken das Projekt Überleitungspflege gestartet. Pflegeberaterinnen kommen ins Krankenhaus

Was kommt nach einem Krankenhausaufenthalt? Bei vielen Menschen verändert sich der ambulante Nachsorgebedarf nach einer Krankenhausbehandlung, zum Beispiel wenn erstmalig ein Pflegegrad beantragt wird oder sich neuer Unterstützungsbedarf ergibt. Der ambulante Pflegedienst APd, eine Tochterfirma der Diakonie Ruhr und damit Teil des Evangelischen Verbunds Augusta Ruhr (EVA Ruhr), schult in diesem Zusammenhang ab sofort Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen noch im Krankenhaus.

Die sogenannte Überleitungspflege ist zunächst als Pilotprojekt in den Augusta Kliniken in Bochum gestartet, soll aber auf alle sieben Krankenhausstandorte des EVA Ruhr in Bochum, Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen, Hattingen, Herne und Witten ausgeweitet werden, eventuell auch auf Häuser anderer Träger in der Region. „Wir möchten die Angehörigen, die im Anschluss bei der Pflege helfen, bestmöglich auf die veränderte Situation vorbereiten, bei der Kommunikation mit den Pflegekassen helfen und aufzeigen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt“ erklärt Pflegeberaterin Lina Unger. „Ziel ist immer, dass die Menschen so lange wie möglich gut in der eigenen Wohnung leben können.“

Für die Beratung suchen Lina Unger und ihre Kollegin Desiree Solenski die Patientinnen und Patienten im Krankenhaus auf. Gemeinsam mit dem Entlassmanagement der Augusta Kliniken hat der APd Kriterien entwickelt, nach denen Kandidatinnen und Kandidaten für einen Besuch identifiziert werden. Dazu gehören unter anderem die erstmalige Beantragung eines Pflegegrads, eine Höherstufung oder gesundheitliche Faktoren, die das Risiko einer Pflegebedürftigkeit erhöhen. „Gerade kurz vor der Entlassung aus dem Krankenhaus haben Menschen natürlich viele Fragen dazu, wie es zuhause weiter geht“, betont Lina Unger. „Da helfen zu können, ist eine sehr erfüllende Aufgabe.“

Die erste Resonanz auf das Pilotprojekt ist durchweg positiv, insbesondere weil noch ein zweites Angebot die Überleitungspflege abrundet. Bei Bedarf vereinbaren die Pflegeberaterinnen einen weiteren Termin im häuslichen Umfeld der Patientinnen und Patienten, um die Angehörigen vor Ort zu schulen und auch zu beraten, wo einfache bauliche Veränderungen helfen können, die Selbstständigkeit zu erhalten. „Solche Maßnahmen werden dann ja auch von den Pflegekassen finanziert“, erläutert Desiree Solenski. Außerdem ist hier die Zeit, um in Ruhe über weitere ambulante Unterstützungsangebote zu sprechen. „Insbesondere einen Schnuppertag in der Tagespflege kann ich nur allen empfehlen“, sagt Desiree Solenski. „Ein echter Geheimtipp für Abwechslung und Entlastung im Alltag.“

Wer Informationen zu Themen rund um Leben, Wohnen und Pflege im Alter sucht, muss übrigens nicht auf den Besuch der Pflegeberaterinnen warten. Im Stadthaus Leben, Wohnen und Pflege im Alter der Diakonie Ruhr erhalten ältere Menschen und ihre Angehörigen umfassende Informationen aus einer Hand. Das Beratungsteam ist persönlich an der Bongardstraße 19 in der Bochumer Innenstadt, telefonisch unter 0234 9146-4444 oder per E-Mail unter stadthaus@diakonie-ruhr.de erreichbar.

Der APd gehört seit Mai 2025 zur Diakonie-Ruhr-Familie. Die Diakonie Ruhr ist mit über 60 Diensten und Einrichtungen sowie 3000 Mitarbeitenden im Herzen des Ruhrgebiets präsent. Schwerpunkte sind Altenhilfe, Behindertenhilfe, Suchtkrankenhilfe, Flüchtlingshilfe, Wohnungslosenhilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe. Die Diakonie Ruhr gehört mit der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel, der Ev. Stiftung Augusta und dem Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid zum Evangelischen Verbund Augusta Ruhr (EVA Ruhr) mit insgesamt über 11.000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro. Er verbindet die Bereiche Gesundheits- und Sozialwirtschaft, die in abgestimmter Weise zusammenarbeiten. Der Zusammenschluss bietet die Gelegenheit, Leistungsangebote sinnvoll miteinander zu verzahnen und für die Menschen in der Region auszubauen.